Sie sind hier:

Kinder- und Jugendsport

Bewegung, Spiel und Sport haben eine elementare Bedeutung für die physische, psychische und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Mangel an körperlicher Aktivität bei Kindern und Jugendlichen zu einem Rückgang der körperlichen und motorischen Leistungsfähigkeit sowie zu Übergewicht bzw. Adipositas führt. Gründe hierfür sind der allgemeine Rückgang von Bewegungs- und Spielflächen, die „Verhäuslichung“ von Freizeit (verstärkter Medienkonsum), falsche Ernährung und veränderte Lebensgewohnheiten.

Im Land Bremen wird die Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen vom Landessportbund und den Fachverbänden durch eine Vielzahl von Kursangeboten unterstützt. Die Maßnahmen reichen vom Eltern-Kind-Turnen bis zu Angeboten für übergewichtige Kinder. Darüber hinaus engagieren sich verschiedene Akteure aus den Bereichen Sport, Politik, Wirtschaft und Kirche als Partner von Kooperations- oder Netzwerkprojekten für die Bewegungs- und Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen.

Um in diesem Bereich erheblichen Problemen bei Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf im sozialen sowie im gesundheitlichen Bereich zu begegnen, wurde mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 ein ressortübergreifendes Projekt des Sport- und des Bildungsressorts gestartet. Umgesetzt werden die Projektmaßnahmen durch den Kreissportbund Bremen-Nord, der als Partner des organisierten Sports eingebunden ist. Dieser stellt die notwendigen Übungsleiterinnen/Übungsleiter. Dadurch können zunächst in jeder Grundschule in Bremen-Blumenthal mindestens einmal pro Woche ein bis zwei zusätzliche Sportstunde(n) unterrichtet werden. Das Projekt hat zum Ziel, spezielle und verbindliche Bewegungsangebote für die Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf außerhalb der Schulzeit anzubieten. Die Angebote umfassen auch einen persönlichkeitsfördernden Ansatz und die Förderung von sozialem Verhalten. Über den frühzeitigen Kontakt zu Bewegungsangeboten im Grundschulalter, auch in Kooperation mit den regional ansässigen Vereinen, sollen bei den Kindern Interessen und Neigungen zu Bewegung, Spiel und Sport mit dem damit verbundenen und fördernden Potenzial geweckt werden. Ziel ist es, dass die Kinder auch nach der Grundschulzeit im Schulsport und in den dann vertrauten Vereinen regelmäßig an sportlichen Aktivitäten teilnehmen.

Im Rahmen des Projekts wird von den Klassen- und Sportlehrkräften festgestellt, welche Schülerinnen und Schüler der zweiten und dritten Klasse einen entsprechenden Förderbedarf haben. Die Eltern werden dann auf dem regulären schulischen Weg über die Entwicklungsdefizite informiert und auf das Förderangebot hingewiesen. Um den verpflichtenden Charakter des Angebots zu unterstreichen, finden die Sportkurse in der jeweiligen Grundschule statt.

Da das Institut für Sportwissenschaft an der Universität Bremen den Projektverlauf im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung durchweg positiv beurteilt hat, wird das Projekt im Schuljahr 2012/2013 von bisher fünf auf zehn Grundschulen in Bremen-Nord ausgeweitet.

Den in einkommensschwachen Haushalten lebenden Kindern und Jugendlichen soll frühzeitig jede Gelegenheit zur sozialen Teilhabe und damit der Zugang zum Sport und Sportverein eröffnet werden. In diesem Zusammenhang unterstützt das Sportressort die Weiterentwicklung des Modells „Kids in die Clubs“ unter Berücksichtigung der Möglichkeiten des so genannten „Bildungs- und Teilhabepakets“.

Weblinks: