Sie sind hier:

Demenz - das Leben annehmen

Im Land Bremen leben circa 12.000 Menschen mit einer Demenz-Erkrankung, das sind rund zwei Prozent der Bevölkerung. Jährlich kommen ca. 2.600 neue Fälle dazu. Die vielfältigen Unterstützungsangebote, die den Erkrankten und den Angehörigen im Land Bremen zur Verfügung stehen, wurden am Freitag (25.09.2015) auf dem Bremer Marktplatz und in der Stadtwaage auf dem 7. Fachtag Demenz präsentiert. Zum Abschluss übergaben Angehörige und Fachleute eine Petition mit Forderungen für Menschen mit Demenz an die Politik. Senatorin Anja Stahmann hat die sechs Forderungen stellvertretend entgegen genommen.

"Menschen mit Demenz-Erkrankungen sind Kunden, Klienten, Kollegen, Patienten, sie leben mit uns als Nachbarn und sind Bremer Bürger", sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport. "Demenziell Erkrankte und ihre Familien brauchen die Unterstützung der Gesellschaft. Sie brauchen Freunde, Nachbarn, Mitbürger im Quartier, die es ihnen ermöglichen, in der Mitte der Gesellschaft zu bleiben. Und es ist eine große Palette an professionellen Unterstützungsangeboten nötig, um die Familien zu entlasten. Der Fachtag gibt Bremerinnen und Bremern einen wichtigen Überblick über die bestehenden Angebote.“

Tanja Meier, Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS), jpg, 61.6 KB
Tanja Meier, Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS)

Der 7. Fachtag Demenz ist eine gemeinsame Veranstaltung von Behörden und Einrichtungen; beteiligt ist auch das "Bremer Forum Demenz", ein Zusammenschluss von Praktikern, die die Situation demenziell erkrankter Menschen und ihrer Angehöriger verbessern wollen. Die Einrichtungen waren mit mehreren Informationsständen auf dem Marktplatz vertreten. Eine der maßgeblichen Organisatorinnen, Tanja Meier von der Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS), eröffnete den Fachtag am Freitag (25.09.2015) auf dem Marktplatz, der unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Dr. Carsten Sieling steht.

Klaus Krancke, Referatsleiter Ältere Menschen bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport , jpg, 46.1 KB
Klaus Krancke, Referatsleiter Ältere Menschen bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Klaus Krancke, Referatsleiter Ältere Menschen bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport wies in seiner Begrüßung darauf hin, "dass sich der Fachtag Demenz an alle richtet. Er ist kein Fachtag nur für Fachleute, sondern auch für die Betroffenen, die Erkrankten, die Angehörigen, für die Experten des Alltags. Der Fachtag mit den Ständen auf dem Marktplatz und den Vorträgen in der Stadtwaage dient dazu, sich zu informieren und beraten zu lassen. Bremen hat eine hervorragende Struktur der Unterstützung für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen, von der zentralen Demenzberatungsstelle DIKS bis zu den dezentralen Ansprechpartnern und -gruppen in den Stadtteilen."
Aber er verwies darauf, dass auch in Bremen noch mehr im Umgang mit Demenz getan werden könnte: "Ich wünsche mir, dass das Thema Demenz bei allen großen Dienstleistern mit viel Publikumsverkehr behandelt wird, Firmen, Behörden, Vereine, Kirchen, bei allen. Dass Mitarbeiter und Mitmacher geschult und sensibilisiert werden, und ihnen damit die Unsicherheit genommen wird im Umgang mit Demenzkranken. Als Ziel in der Zukunft wünsche ich uns, dass alle vom Schornsteinfeger bis zur Buchhändlerin, von der Apothekerin bis zum Hausmeister, vorbereitet sind, sich etwas sicherer fühlen können im Umgang mit Demenzkranken und dann angemessen und hilfreich einwirken können."

Stefanie Arndt-Bosau von der Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS), jpg, 38.7 KB
Stefanie Arndt-Bosau von der Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS)

Stefanie Arndt-Bosau von der Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS) stellte in ihrer Begrüßung auf dem Marktplatz die Arbeit von DIKS vor und präsentierte den zweiten Teil des "Bremer Handbuch Demenz".
"Beide Handbücher sind wertvolle Praxisbegleiter für Angehörige und andere Interessierte. Sie geben einen guten Überblick über entlastende und spezialisierte Einrichtungen und Angebote für demente Menschen in Bremen", so Frau Arndt-Bosau. "Sie können das neue Handbuch hier am Stand und bei DIKS erwerben".
In Vorträgen in der Stadtwaage haben sich Angehörige und Fachleute bei dem Fachtag mit verschiedenen Themen rund um Demenz befasst.

Tanja Meier von der DIKS übergibt die Petition., jpg, 63.6 KB
Tanja Meier von der DIKS übergibt die Petition.

Zum Abschluss des Fachtags versammelten sich alle Besucherinnen und Besucher, auch die Aktivisten und Aktivistinnen aus den Stadtteilgruppen, am Neptunbrunnen, um mit einem gemeinsamen Marsch auf den Marktplatz ihre Solidarität mit Menschen mit Demenz und deren Angehörige zu zeigen. Begleitet wurden sie mit schwungvollen Sambaklängen der Bremer Samba Gruppe Confusao.

Um 17 Uhr wurde der Senatorin Anja Stahmann auf dem Marktplatz eine Petition an die Politik mit Vorschlägen zu weiteren Verbesserungen für den Umgang mit dementiell Erkrankten in Bremen übergeben.

Die Senatorin nimmt die Petition entgegen, v.l. Dr. Arnold Knigge (Vorstand LAG FW), Hannelore Bitter-Wirtz (Landesbeauftragte bpa), Anja Stahmann, Ingmar Domnowski (Künstler), Tanja Meier (DIKS), jpg, 136.1 KB
Die Senatorin nimmt die Petition entgegen, v.l. Dr. Arnold Knigge (Vorstand LAG FW), Hannelore Bitter-Wirtz (Landesbeauftragte bpa), Anja Stahmann, Ingmar Domnowski (Künstler), Tanja Meier (DIKS)

Frau Stahmann bedankte sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement und für die Ausrichtung des Fachtags.
"Durch den demografischen Wandel und den wachsenden Anteil der älteren Bevölkerung werden wir uns verstärkt mit dem Thema befassen müssen. Ich werde das Anliegen auch an meine Kolleginnen und Kollegen im Senat weiter geben. Wir werden gemeinsam prüfen, wie wir in Bremen zu einer demenzgerechteren Kommune werden können", versprach Anja Stahmann.

Informationsstand der Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS), jpg, 139.5 KB
Informationsstand der Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS)

Beratung und Informationen zu allen Themen im Bereich Demenz finden Sie bei der Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS)