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Tue Gutes und rede darüber – Bremen sagt Danke

Am Dienstag (08.12.15) nahmen über 300 Freiwillige an einem Senatsempfang im Rathaus teil. Bereits zum 11. Mal bedankt sich der Bremer Senat damit bei den ehrenamtlich engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürger für ihren Einsatz und ihre Arbeit. Senatorin Anja Stahmann und Innensenator Ulrich Mäurer hatten zu dem Empfang eingeladen.

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Senatorin Anja Stahmann begrüßt die Gäste

"Tue Gutes und rede darüber", mit diesem Motto des Autors Walter Fisch begrüßte Anja Stahmann die zahlreichen Gäste.
"Sie alle tun viel Gutes, und darüber wollen wir heute laut und öffentlich reden und uns dafür herzlich bei Ihnen bedanken. Bürgerschaftlich engagiert - das sind hier in Bremen unzählige ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger in Vereinen, bei den Wohlfahrtsverbänden oder auch im Kleinen ohne Organisation im Hintergrund. Ehrenamtliches Engagement kennt dabei keine Grenzen: Ob jung oder alt, gläubig oder nicht, hier ansässig oder zugewandert, allein in Bremen engagieren sich rund 180.000 Menschen. Und diese Zahl ist durch die große Hilfsbereitschaft und die Welle der Unterstützung in der Flüchtlingsarbeit sicherlich stark angestiegen", ist die Senatorin überzeugt.
"Sie schenken Zeit, konkrete praktische Unterstützung und Vieles mehr. Ohne Sie und Ihr Einbringen in die Gesellschaft wäre das Land um einiges ärmer und weniger lebenswert", bedankte sich Anja Stahmann bei den vielen Ehrenamtlichen.

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Jugendsinfonieorchester Bremen-Nord

Der Empfang wurde musikalisch vom Jugendsinfonieorchester Bremen-Nord begleitet. Die Senatorin machte auf das besondere Engagement der jungen Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Martin Lentz aufmerksam: "Sie haben sich im besonderen Maße für die Völkerverständigung unter dem Leitgedanken "Musik verbindet über alle Grenzen hinweg" gekümmert und dafür einen besonderen Preis bekommen: den Anerkennungspreis der Jeunesses Musicales Deutschland für das erfolgreiche Konzert mit jungen syrischen Flüchtlingen aus einer Flüchtlingseinrichtung im Juni 2015 auf dem Spielplatz der Grohner Düne. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir sie für den heutigen Abend gewinnen konnten", so Anja Stahmann.

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Senator Ulrich Mäurer dankt den Ehrenamtlichen

Ulrich Mäurer betonte in seiner Begrüßung, dass auch der Bereich Inneres vom Ehrenamt lebt. "Ohne die vielen Freiwilligen in den Hilfsorganisationen, bei der Feuerwehr und bei der Flüchtlingshilfe kämen wir nicht aus: man kann sich immer auf sie verlassen, sie stehen - auch bei ungeplanten Einsätzen, bei Tag und bei Nacht - bereit und unterstützen die hauptamtlichen Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit."
Er bedankte sich besonders für das große Engagement auch in der Jugendarbeit: "Davor habe ich einen großem Respekt: sie organisieren Jugendzeltlager und bieten den Kinder und Jugendlichen eine sinnvolle Beschäftigung an."

Im Gespräch mit Ehrenamtlichen

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Ulrich Mäurer im Gespräch mit Karsten Seifert

Im direkten Gespräch mit fünf Freiwilligen, die als Beispiel für die vielen anwesenden Helferinnen und Helfer interviewt wurden, erfuhren Senatorin Anja Stahmann und Senator Ulrich Mäurer mehr über das breite Spektrum ehrenamtlicher Arbeit in Bremen.
Karsten Seifert von der Freiwilligen Feuerwehr Bremen-Schönebeck hat schon mit 18 Jahren bei der Feuerwehr begonnen und war dort als Jugendbetreuer und Jugendwart tätig. Er nannte zwei wichtige Beweggründe für sein Ehrenamt: "Zum einen ist es immer wieder schön zu sehen, was aus den jungen Menschen wird und wie sich entwickeln. Und ich bekomme sehr viel zurück, wenn ich anderen Menschen in Not helfen kann."

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Anton Brinkhege

Ulrich Mäurer stellte auch das besondere Engagement von Anton Brinkhege vor, der als Vertreter einer Stiftung eingeladen war, der "Brinkhege-Stiftung". Nach seinem aktiven Berufsleben als Hotelier hat er vor fünf Jahren mit seinem Kapital die Stiftung gegründet, die hauptsächlich in Togo aktiv ist und dort ein Projekt mit 500 Waisenkindern betreut. Mit einer eigens entwickelten Lernsoftware für I-Pads können die Kinder dort in ihrem eigenen Tempo Englisch lernen. Angesichts der großen Zahl der Geflüchteten hier in Bremen, deren sprachliche Integration eine große Herausforderung sei, hat Herr Brinkhege jetzt mit dieser Methode und 50 neuen I-Pads ein Modellprojekt für junge Flüchtlinge gestartet. "Wir entwickeln dafür zusammen mit einer Bremer Firma, mit der ich kooperiere, eine spezielle Lernsoftware Arabisch- Deutsch. Die Jugendlichen können damit individuell ihr Lese-Hör-Verständnis und das Schreiben lernen und üben", berichtete Anton Brinkhege.
Brinkhege-Stiftung

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Dora Hasbargen

Senatorin Anja Stahmann begrüßte stellvertretend drei Engagierte aus dem sozialen und sportlichen Bereich.
Dora Hasbargen ist gleich in zwei Vereinen aktiv. Sie kümmert sich um obdachlose Frauen in einem Projekt der Inneren Mission, dem "Frauenzimmer".
Wohnungslose Frauen können sich dort aufhalten, Wäsche waschen, sich duschen, essen und trinken und werden einmal wöchentlich auch medizinisch betreut. Neben den sozialen Fachkräften, die die Frauen beraten und unterstützen, sind die täglichen Angebote im "Frauenzimmer" nur mit ehrenamtlicher Unterstützung zu leisten. Frau Hasbargen hat dort viel über das Leben der Frauen gelernt, wie sie betont. Und sie engagiert sich auch im "Garten der Kulturen", ein Projekt für Frauen aus verschiedenen Kulturen, die sich wöchentlich treffen, die deutsche Sprache einüben und gegenseitig viel von den unterschiedlichen Kulturen erfahren.

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Anja Stahmann im Gespräch mit Wolfgang Rasic und Rosemarie Hensing

Wolfgang Rasic und Rosemarie Hensing, die beiden nächsten Gesprächspartner der Senatorin, kamen beide über persönliche Erfahrungen zu ihrem Ehrenamt.
Herr Rasic engagiert sich im Sportbereich dafür, dass sich behinderte Sportlerinnen und Sportler aus Bremen für die Paralympischen Spiele qualifizieren können. Sein Ziel: spätestens 2017 sollen die Bremerinnen und Bremer an den Paralympischen Spielen in London teilnehmen.

Frau Hensing kam durch ihre Tochter zu einer der ältesten Elterninitiativen, dem Verein EPSYMO, der vor 25 Jahren als Elternverein für PSYchoMOtorische Entwicklungsförderung e.V. gegründet wurde. Sie arbeitet dort inzwischen seit 3 Jahren im Vorstand mit. Im Frühjahr wurde EPSYMO für seine Arbeit mit einem Senatsempfang im Rathaus geehrt. Frau Hensing weiß aus Erfahrung, dass viel Kraft und Zeit in die ständige finanzielle Absicherung der Arbeit gesteckt werden muss. Deshalb weist sie zum Schluss darauf hin, dass sich jeder auch finanziell engagieren kann. Keinem Kind soll aus finanziellen Gründen die Bewegungsförderung im Elternverein verwehrt werden. Über das Patenschaftsprogramm "Kinder fördern und stärken" sucht EPSYMO Sponsoren für besonders benachteiligte Familien.
EPSYMO

Musik über alle Grenzen hinweg

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Musikerinnen und Musiker des Jugendsinfonieorchesters Bremen Nord

Die junge Musikerinnen und Musiker des Jugendsinfonieorchesters Bremen Nord unter der Leitung von Martin Lentz präsentierten Stücke aus ihren "Weltmusikprogramm". Mit Klezmer-Musik, über arabische Musikstücke bis hin zu Tschaikowski berührten sie die Zuhörerinnen und Zuhörer in der Oberen Rathaushalle mit ihrem ausgefeilten Klangbild, die sich begeistert eine Zugabe "erklatschten".

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Publikum beim Ehrenamtsempfang in der Oberen Rathaushalle

Die Senatorin und der Senator luden im Anschluss die über 300 geladenen Gäste zu Gesprächen und einem Imbiss in den Festsaal des Rathauses ein.

Das jährliche Dankeschön für allen ehrenamtlichen Bremerinnen und Bremer wird vom Referat 21 bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, das für das Bürgerschaftliche Engagement zuständig ist, organisiert.

Denn Bürgerschaftliches Engagement braucht verlässliche Rahmenbedingungen: die Bereitstellung von Infrastruktur, Versicherung für Ehrenamtliche, Fortbildung, Angebote zur Schulung und Qualifizierung. Das alles wird in Bremen angeboten: angefangen von der Ehrenamtskarte Bremen/ Niedersachsen, den Rahmenversicherungsvertrag für Engagierte und den Bremer Qualifizierungsfonds.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.buergerengagement.bremen.de