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Chronologie Flüchtlinge in Bremen - September 2014

Die Situation der Flüchtlinge in den Krisenregionen rund um Europa hat längst dramatische Formen angenommen. Immer mehr Menschen gelingt es, den schrecklichen Lebensbedingungen in ihren Heimatländern nach Europa zu entfliehen. Dazu nehmen sie unwägbare Risiken auf sich.
An den Zugangszahlen in Deutschland – und damit auch in Bremen – wird diese Entwicklung ganz deutlich. Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung mit 170.000, teils bis zu 200.000 Flüchtlingen. Zudem weiten Bundes- und Landesregierungen die legalen Wege der Einreise aus, etwa mit den Kontingenten und dem erleichterten Nachzug für Familienangehörige.

Seit Anfang 2012 hat das Land Bremen rund 2800 Flüchtlinge neu aufgenommen, das entspricht einem Anteil an etwa 0,4 Prozent der Bevölkerung. Der Zuzug stellt die Stadt Bremen dennoch vor große Herausforderungen. Noch im Jahr 2012 hat die Stadt über weniger als 700 Plätze zur Unterbringung von Flüchtlingen verfügt. Inzwischen sind es rund 1500. Etwa 900 zusätzliche sind konkret in der Umsetzung für die kommenden sechs bis sieben Monate.

Lesen Sie hier eine aktuelle Chronologie der Aufnahme von Flüchtlingen in Bremen:
Chronologie, Stand September 2014 (pdf, 32.1 KB)

Schule am Bokellandsweg in Huchting, jpg, 73.4 KB
Schule am Bokellandsweg in Huchting

Hintergrund für die kurzfristig notwendige Einrichtung weiterer Notunterkünfte ist der abermals hohe Zugang an Flüchtlingen in Bremen im Monat August.

"Wir haben wieder fast 200 Menschen im Land aufgenommen", teilt die Senatorin Anja Stahmann mit. "Das sind annähernd doppelt so viele wie im August 2013 – und das im dritten Monat in Folge." Nach Angabe des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sind in den ersten acht Monaten dieses Jahres rund 119.000 Flüchtlinge in die Bundesrepublik eingereist. Das sind 74 Prozent mehr als in den ersten acht Monaten des Jahres 2013. Eine Abnahme der Flüchtlingszahlen ist angesichts der globalen Krisen derzeit nicht absehbar. Bremen nimmt nach dem Königsteiner Schlüssel 0,93 Prozent aller Flüchtlinge in Deutschland auf. 80 Prozent bleiben in der Stadt Bremen, 20 Prozent werden in Bremerhaven betreut.

Dazu kommen die jungen Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland fliehen oder geschickt wer-den. In Bremen waren es allein 40 in den ersten drei Wochen des August, mehr als im ganzen Jahr 2011. Die jungen Flüchtlinge genießen nach der UN-Kinderschutzkonvention einen besonderen Schutzstatus und werden vom Jugendamt nach dem Jugendhilferecht (Sozialgesetzbuch VIII) bis zu ihrer Volljährigkeit in Obhut genommen.

Seit Anfang 2013 hat die Stadt Bremen rund 700 Flüchtlinge in Wohnungen vermittelt und etwa 550 neue Plätze in Übergangsheimen und Notunterkünften eingerichtet. Wegen Lieferverzögerungen beim Hersteller werden die Modulbauten in Walle und Grohn mit insgesamt 220 Plätzen ihren Betrieb vermutlich erst im November (Grohn) und Dezember (Walle) aufnehmen können.

In einem aktuellen Schreiben bittet die Senatorin Anja Stahmann die Vertreterinnen und Vertreter der Beiräte abermals dringend um weitere Unterstützung bei der Aufnahme und Unterbringung der Flüchtlinge in den Stadtteilen.
Brief an die Beiräte vom 26. August 2014 (pdf, 85.7 KB)
Sie bedankt sich für die bisherige Hilfe und bringt Ihre Überzeugung zum Ausdruck, "dass wir diese besonderen gesellschaftlichen Herausforderungen gemeinsam und im Einvernehmen bewältigen werden."

Lesen hier auch die aktuellen Pressemitteilungen:

Pressmitteilung vom 2. September 2014: Ehemalige Schule in Huchting soll Notunterkunft werden (pdf, 22 KB)

Pressmitteilung vom 2. September 2014: Module für Übergangswohnheim in Grohn schwebt ein (pdf, 18.9 KB)

Pressmitteilung vom 12. September 2014: Ferienmaßnahme für Flüchtlinge läuft aus (pdf, 21.4 KB)

Pressmitteilung vom 16. September 2014: Schule am Bokellandsweg steht für Flüchtlinge zur Verfügung (pdf, 20.9 KB)

Pressemitteilung vom 22. September 2014: Clearinghaus nimmt 35 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf (pdf, 22.3 KB)

Pressemitteilung vom 23. September 2014: Osterholz nimmt 96 weitere Flüchtlinge auf (pdf, 21.9 KB)

Pressemitteilung vom 23. September 2014: Horn nimmt 80 Flüchtlinge auf (pdf, 19.7 KB)

Pressemitteilung vom 2. Oktober 2014: Konzept zum Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen/ insbesondere auffälligen Jugendlichen

Pressemitteilung vom 8. Oktober 2014: Sozialressort bringt vorerst keine Flüchtlinge in Strom unter

Pressemitteilung vom 9. Oktober 2014: Unterbringung von Flüchtlingen: Senatorin Stahmann fordert Rückkehr zur Sachlichkeit

Pressemitteilung vom 17. Oktober 2014: Vorläufige intensivpädagogische Einrichtung nimmt ihren Betrieb auf

Aktuelles vom 17. Oktober 2014: Spielzimmer für Kinder auf der Flucht ausgestattet

Pressemitteilung vom 20. Oktober 2014: Übergangswohnheim für 100 Flüchtlinge in Grohn wird bezugsfertig