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Anette Klasing ist Bremer Frau des Jahres 2015

Der Bremer Frauenausschuss hat am 8. März 2015 im Rahmen eines Festakts zum Internationalen Frauentag unter Schirmherrschaft der Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, Anja Stahmann, in der Oberen Rathaushalle die Bremer Frau des Jahres 2015 geehrt.

In diesem Jahr hat Bildungsreferentin Anette Klasing die Auszeichnung erhalten. Sie engagiert sich seit langen in der grenzüberschreitenden Friedensarbeit mit israelischen und palästinensischen Frauen.

Das Fest wurde musikalisch vom Chor
Das Fest wurde musikalisch vom Chor "Joy of the Lord" aus Tenever unter der Leitung von Pastor James begleitet.
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Annegret Ahlers vom Bremer Frauenausschuss

Annegret Ahlers vom Bremer Frauenausschuss begrüßt die über 300 Gäste im Bremer Rathaus bei der Feierstunde für die Frau des Jahres. Das Motto des diesjährigen Internationalen Frauentags "Frieden – Freiheit – Frechheit" ist gut gewählt. "Für uns steht der Begriff "Frechheit" auch für "Widerstand", Widerstand gegen Ungleichheit und Diskriminierung von Frauen auf der ganzen Welt", so Annegret Ahlers. "Auch zum 104. Internationalen Frauentag ist die Gleichberechtigung noch lange nicht Realität; die in dieser Woche beschlossene Frauenquote in Aufsichtsräten nur ein kleiner Etappensieg", stellt sie fest. Das Motto der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag "Make it happen" ist für Annegret Ahlers eine Aufforderung zum gemeinsamen Handeln und Weitermachen, "für die Gleichberechtigung von Frauen auf der ganzen Welt, Versöhnung und Frieden."

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Senatorin Anja Stahmann

Bescheidenheit bringt Frauen nicht weiter, "sie sind die Mehrheit in der Bevölkerung, und Männer mit 49 % eigentlich die Minderheit", stellt die Senatorin Anja Stahmann in ihrer Begrüßung fest.
"Gemeinsam mit der ZGF und den Frauenverbänden haben wir in Bremen in den letzten vier Jahren viel erreicht, die Kinderbetreuung wurde ausgebaut, der Gewaltschutz in der Familie verbessert," so Anja Stahmann. Sie wird sich politisch weiter einsetzen, für eine Grundsicherung für Kinder, mehr steuerliche Entlastung für Alleinerziehende – "dafür müssen wir zusammen streiten, auch auf Bundesebene".

Anja Stahmann freut sich besonders über die diesjährige Ehrung für die Frau des Jahres, aus der Jugend- und Friedensarbeit: "In diesen Tagen erkennen wir einmal mehr den Wert des Friedens, in dem wir leben dürfen. Wie in den Jahren zuvor gelingt es dem Bremer Frauenausschuss auch diesmal, eine Persönlichkeit zu würdigen, deren Leistung längst einer Würdigung wert ist, die aber gerade jetzt im Kontext des aktuellen Geschehens in unserer Wahrnehmung in neuem, anderem Licht erscheint."

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Dr. Doris Bollinger

Dr. Doris Bollinger stellt das besondere Engagement von Anette Klasing, der Frau des Jahres 2015 in Ihrer Laudatio vor: Anette Klasing ist Friedensaktivistin und ein engagierte Netzwerkerin. Die 59-Jährige arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Bildungsreferentin in der Jugendbildungsstätte LidiceHaus. Schon in den neunziger Jahren hat sie das grenzüberschreitende Frauenprojekt "Between the lines" mit deutschen, israelischen und palästinensischen Frauen ins Leben gerufen. Zweieinhalb Jahre war sie für den zivilen Friedensdienst in Betlehem und Jerusalem tätig. Und sie arbeitet seit langem ehrenamtlich in der Stiftung "Die Schwelle" mit. Die Stiftung unterstützt finanziell Friedensprojekte in der ganzen Welt.
Annette Klasing organisiert Begegnungsreisen zwischen Jugendlichen aus Deutschland, Israel und Palästina. "Schauen Sie sich das deutsch-palästinensischen TanzTheater-Projekt an oder unterstützen Sie den alljährlich stattfindende Bremer Friedenslauf von über 1.000 Schülerinnen und Schülern, der auch von Anette Klasing initiiert wurde", fordert Doris Böllinger die Gäste des Frauentags auf.

Senatorin Anja Stahmann gratuliert Anette Klasing zu ihrer Auszeichung zur
Senatorin Anja Stahmann gratuliert Anette Klasing zu ihrer Auszeichung zur "Frau des Jahres 2015"

In ihrer Danksagung macht Anette Klasing auf die aktuelle Demonstration von über 1.000 israelischen und palästinensischen Frauen auf beiden Seiten der Grenze aufmerksam, die sich dort unermüdlich für Aussöhnung und Frieden einsetzen. Sie steht im ständigen Kontakt mit den Frauen und berichtet von Angriffen und Verletzungen. "Ihnen widme ich diese Auszeichnung", betont Anette Klasing.

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Margot Konetzka

In diesem Jahr wurde erstmals eine weitere Auszeichnung verliehen: Margot Konetzka (86 J.) erhielt einen Ehrenpreis für ihr lebenslanges Friedensengagement. Margareta Steinrücke stellt die Stationen ihres siebzigjährigen Engagements vor: "Als junge Mädchen hat sie die Schrecken des 2. Weltkriegs selbst mit erlebt. Daraus wuchs ihre Überzeugung "Nie wieder Krieg"."

Schon in den sechziger Jahren hat Margot Konetzka die Ostermärsche mitorgansiert und den Internationalen Solidaritätsbasar, bei dem noch heute jährlich in der Stephanie-Gemeinde Spenden gesammelt werden. Jeden Donnerstag steht sie auf dem Marktplatz bei der "Mahnwache für den Frieden".

In ihrer Danksagung erinnert Margot Konetzka an die gute Zusammenarbeit aller Frauenorganisationen in den neunziger Jahren in der " Bremer Frauenrunde".
"Dieser Zusammenschluss ist wichtig", betont sie, "denn eines will ich noch erreichen: ein Gesetz für Entgeltgerechtigkeit, wir brauchen "Gleichen Lohn für gleiche Arbeit".

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Die beiden Preisträgerinnen Margot Konetzka und Anette Klasing


Download: Pressemitteilung des Bremer Frauenausschusses e.V. vom 8. März 2015 (pdf, 13.5 KB)